KRAFT, ZEIT, MUT

Unsere Trauerbegleitung

Wenn ein Kind stirbt, während der Schwangerschaft, unmittelbar nach der Geburt oder nach einem Leben mit einer schweren Erkrankung gerät das Leben der Familien aus dem Gleichgewicht.

Die Welt steht still. Trauer umhüllt einen Menschen oft mit Ohnmacht, Starre und Sprachlosigkeit. Sich dieser Situation zu stellen kostet viel Kraft, Mut und Zeit. Hilfe anzunehmen, sich zu öffnen, seine Sorgen mitteilen zu können kann die Trauerarbeit unterstützen.

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist es, die Familien auch nach dem Versterben des Kindes aufzufangen. Trauerarbeit ist ein wichtiger Prozess und wird dabei individuell sehr unterschiedlich erlebt und empfunden. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, jedes Mitglied einer Familie auf dem Weg zu begleiten und ganz individuell auf die einzelnen Bedürfnisse einzugehen. Die Möglichkeiten sind dabei so unterschiedlich wie die einzelnen Wege der Trauer. Einzelgespräche, aber auch die Bewältigung innerhalb einer Gruppe von Eltern oder Kindern, die den gleichen Verlust erleiden mussten können dabei in Anspruch genommen werden.

Das Kinderhospiz bietet unterschiedliche Möglichkeiten den Weg der Trauer zu begleiten. Dies geschieht durch ein Team aus geschulten Trauerbegleitern. Das Angebot kann von allen Müttern, Vätern, Geschwisterkindern und auch weiteren Angehörigen wie Großeltern und enge Freunde der Familie angenommen werden. Auch wenn das eigene Kind im Erwachsenenalter verstirbt kann das Kinderhospiz der richtige Anlaufpunkt sein.

Einzelgespräche

Schmertterlinge

Bestattungen

Familiäre Unterstützung

EINZELGESPRÄCHE

Nach dem Verlust eines Kindes entstehen neben der Traurigkeit auch viele Fragen bei den Eltern, Müttern und Vätern aber auch bei weiteren Kindern in der Familie. Wie kann mein Kind bestattet werden? Wo kann ich mein Kind beerdigen? Können die Geschwister sich verabschieden? Wie kann ich meine Kinder miteinbeziehen?

Gespräche und auch Beratungen können zuhause bei der Familie oder auch im Hospiz stattfinden. Die ersten Gespräche finden dabei immer persönlich nach einem kurzen telefonischen Kontakt statt. Hier können alle Fragen gestellt werden, alle Sorgen und Ängste ausgesprochen und jeder Träne freien lauf gelassen werden. Das Team der TrauerbegleiterInnen steht den Familien bei allen Fragen oder auch einfach zum Zuhören zur Verfügung. Dabei geht es nicht um eine psychologische Beratung, wir empfangen sie auf Augenhöhe, menschlich und Vorurteilsfrei.

Unterschiedliche Gedanken und Wünsche, spirituelle oder glaubensspezifische Vorstellungen können hier besprochen werden. Familien unterschiedlicher Herkunft, Religion, Geschlecht und Sexualität finden hier einen Anlaufpunkt und ein offenes Ohr. Die Gespräche können dabei auch nach dem ersten Kontakt als Einzelgespräche weitergeführt werden. Für viele Familien ist auch der Austausch in der Gruppe wichtig und kann ermöglicht werden.

Die Schmetterlinge sind in unserem Kinderhospiz ein wichtiges Symbol. So gibt es in unserer Eingangshalle eine Wand mit einem Schmetterling für jedes verstorbene Kind. Die Schmetterlinge werden nach den individuellen Wünschen der Familie aus Ton angefertigt.

Hier kann die Familie einen Platz für den Schmetterling aussuchen und ihn dort befestigen. Ein weiterer Schmetterling wird für die Familie angefertigt.

Schmetterlinge

Bestattungen & Sammel-bestattungen

Viele gute Erfahrungen konnten wir in den letzten Jahren damit sammeln auch einen Bestatter zu dem ersten Gespräch hinzuzuziehen. Dort können alle Wünsche besprochen und alle offenen Fragen beantwortet werden.

Das Gespräch kann im Hospiz oder Zuhause stattfinden. Zudem gibt es die Möglichkeit die Familien in schwierigen finanziellen Situationen mittels zweckgebundener Spenden zu unterstützen.

Sammelbestattungen finden immer dann statt, wenn ein Kind ein Geburtsgewicht von 500 Gramm unterschreitet. Dennoch kann auch ein sehr kleines und viel zu früh geborenes Kind bestattet werden. Die Bestattungen werden als Sammelbestattung bezeichnet. In diesem Rahmen kann ein liebe- und würdevoller Abschied ermöglicht werden. Die Sammelbestattung findet alle drei Monate statt und wird im Rahmen einer kleinen Trauerfeier von einem Seelsorger, Bestattern, Pastoren und unserer Trauerbegleiterin mit Worten gefüllt und begleitet. Alle Fragen dazu beantworten wir Ihnen gerne persönlich.

Eine Familie mit einem erkrankten, oft mehrfach schwerbehinderten Kind ist vielen Belastungen ausgesetzt. Die Sorge, die Pflege und Versorgung in allen Förderbereichen nimmt viel Zeit in Anspruch. Da gerät das eigene Leben, die Partnerschaft oder die Belange und Wünsche weiterer Kinder mal in den Hintergrund.

Die Familien sind dabei sehr straff und gut organisiert, legen eine Routine und Leichtigkeit an den Tag, die Außenstehende oft nur bewundern können. Dennoch benötigen auch Eltern mal ein offenes Ohr, eine Unterstützung weil gerade alles drunter und drüber läuft, eine kurzfristige Pause oder auch Zeit für die anderen Kinder oder den Partner.

Familiäre Unterstützung